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Amma auf Hof Herrenberg

17. Oktober 2005, Kirchbrombach (Odenwald)

Amma auf Hof Herrenberg"Gibt es hier ein weißes Pferd?", wollte Amma wissen. Amma spazierte auf einem Pferdehof im Odenwald herum, der seit einiger Zeit genutzt wird, um Treffen in Ammas Namen abzuhalten.

Obwohl der Morgen sonnig und klar war, war die Luft dennoch ziemlich kalt und von daher war Amma in eine pinkfarbenen Winterjacke gehüllt. Bald kam Vineeta, eine junge Deutsche, die im Zentrum lebt, mit einem wunderschönen weißen Pferd am Halfter. Sie führte es zu Amma und diese begann das Pferd mit Karotten und trockenem Brot zu füttern. Der Atem des Pferdes strömte sichtbar aus seinen Nüstern, als es aus Ammas Hand aß.

Ungefähr 40 Devotees waren versammelt und verbrachten kostbare Momente in Ammas Gegenwart.

Ohne dass die anderen davon wussten, hatte Vineeta eine spezielle Vorliebe für dieses weiße Pferd und sie hatte innerlich zu Amma gebetet, dass diese ihre Liebe dem Pferd gegenüber bekunden würde. Amma hatte ihr nun diesen Herzenswunsch erfüllt.

Dann sagte Amma plötzlich, dass wir allen Pferden gegenüber die gleiche Zuneigung zeigen sollten und bat von daher, sämtliche Pferde zu bringen. So wurde als nächstes ein hellbraunes Pony herbeigeführt, welches Amma ebenfalls fütterte. Danach ging Amma zu einem eingezäunten Gebiet im Osten des Geländes und gab dort einem scharzen Pferd und zwei braunen Stuten Möhren und Brot. Die Pferde versuchten alle gleichzeitig, die Leckerbissen aus Ammas Hand zu schnappen.

Amma auf Hof HerrenbergAuf einem Hügel gelegen, bietet der Hof einen wundervollen Rundblick auf die umgebenden Orte und die Koppeln, auf denen die Pferde ihren Auslauf haben. Alle bewunderten die Weite und Schönheit, die sich bot.

"Amma, dort unten sind noch mehr Pferde", sagte jemand und Amma marschierte zur Ostseite des Geländes, wo sich weitere Pferde befanden. Insgesamt gibt es momentan auf dem Hof 23 Pferde. An der Koppel angelangt, lehnte sich Amma gegen den Holzzaun and fütterte auch diese Pferde.

Als sie alle Pferde versorgt hatte, ging sie ins Haus, wo sie sich hinsetzte und Brot und Marmelade, sowie Banananenstücke verteilte. Diesmal an die Devotees.

"Gestern Abend war Amma der Meinung, dass sie hier heute einen ganzen Tag mit euch verbringen würde", sagte Amma zu den Besuchern und erklärte, dass sie nicht gewusst hatte, dass sie so so früh nach Finnland aufbrechen musste. "Amma wollte eigentlich das Mittagessen servieren, Bhajans singen und mit euch allen spazieren gehen."

Dann sagte jemand halb im Scherz: "Und uns die Befreiung schenken?"

"Alles, was Amma tut, dient einzig diesem Ziel," sagte Amma. "'Chittachora' ist einer der Namen von Krishna. Es bedeutet, derjenige, der die Gedanken stiehlt. Das ist es, was mit den Gopis von Vrindavan geschehen war. Indem Krishna all seine Zeit mit den Milchmädchen verbrachte, mit ihnen spielte, scherzte, ihnen ihre Butter und die Milch stahl, machte er in Wirklichkeit etwas ganz anderes, er stahl ihre Herzen. Das ist es auch, was Amma macht, wenn sie Zeit mit euch verbringt. Die Erinnerungen an solche Momente sind wie kostbare Perlen tief in eurem Inneren, die Amma euch schenkt und die helfen werden, euch an Amma zu erinnern, wo auch immer ihr hingeht und ganz gleich was ihr tut.

Wenn wir normalerweise eine lange und schwierige Aufgabe beginnen, sind wir die ganze Zeit angespannt. Einzig der Gedanke: 'Ich werde mich ausruhen, wenn ich diese Aufgabe erledigt habe', wird uns etwas inneren Frieden bringen. Indem Amma den Devotees spezielle tiefe Erinnerungen schenkt, werden sie immer an Gott denken, ganz gleich was sie tun." Amma fügte hinzu, dass solche Momente, wo der Schüler sich an die Gegenwart des Meisters, der Meisterin erinnert, Momente des Friedens und Ruhens seien.

Amma auf Hof HerrenbergAmma erklärte dann, wie man auf dem Weg des Advaita-Vedanta versucht, die ganze Welt als Verlängerung von sich selbs zu sehen, und wie man auf dem Bhakti-Weg versucht, alles in der Welt als den geliebten Herrn oder Meister(in) zu sehen. Diese beiden Wege seien nicht unterschiedlich, sondern seien nur unterschiedliche Wege, das Gleiche zu betrachten. "In der heutigen Welt laufen die Menschen herum und hören sich Vorträge über Vedanta an, doch hier versuchen wir, Vedanta zu leben", sagte Amma und bezog sich darauf, wie sehr sie ihre Anhänger ermutigt, ehrenamtlich zu helfen und dies als eine Verlängerung von Amma oder ihrem eigenen Selbst anzusehen.

"Das Herzstück aller Religionen ist die Meister-Schüler Beziehung, ganz gleich ob es der Islam, Christentum, Jainismus, Buddhismus oder Hinduismus ist", sagte Amma. "In Wirklichkeit ist dies die Beziehung zwischen dem Jivatman und dem Paramatman, dem individuellen und dem höchsten Selbst. In Wahrheit sind sie ein und dasselbe. Wenn wir am Ufer stehen, dann scheint der Fluss zwei getrennte Ufer zu haben, doch in der Tiefe sind die beiden durch das Flussbett verbunden. Wenn wir das Wasser (das Ego) beseitigen, dann können wir diese Wahrheit erfahren."

Dann war es an der Zeit, nach Finnland zu fahren. Als Amma langsam abfuhr, war es eine Szene, ganz wie in Amritapuri, Kerala. Amma rollte das Fenster herunter und streckte ihre Hand heraus, so dass sie sich von allen, die sich aufgereiht hatten, verabschieden konnte.

Link siehe auch: Mit Amma im Schnee steht die Zeit still (Ammas Besuch auf Hof Herrenberg im Dezember 2005)

   

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